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Google zeigt GEO Daten. Brauchen können wir sie kaum.
SEO-Symbol auf einer beleuchteten Tastatur als Sinnbild für die Analyse von GEO-Daten in der neuen Google Suche.

Google zeigt, dass etwas passiert. Aber nicht, was passiert.

Die neue Google Suche verändert sich spürbar. AI Overviews und der AI Mode ergänzen die klassische Suche immer stärker. Für Unternehmen bedeutet das, dass klassische Keyword Rankings allein nicht mehr ausreichen. Entscheidend wird, ob eine Marke in generativen Suchergebnissen erscheint, in welchem Zusammenhang sie genannt wird und ob daraus tatsächlich relevante Sichtbarkeit entsteht.

Deshalb habe ich mir die neuen Daten in der Google Search Console genauer angeschaut. Meine Erwartung war nicht, dass Google sofort eine vollständige GEO Analyse liefert. Aber ich wollte zumindest verstehen, bei welchen Themen eine Website ausgespielt wird, welche Seiten dabei relevant sind und wie sich diese Sichtbarkeit einordnen lässt.

Nach der Prüfung war die Erkenntnis ziemlich klar: Für eine fundierte GEO Analyse kann der Bericht aktuell fast nichts. Er zeigt, dass eine Website irgendwo ausgespielt wurde. Er zeigt aber nicht, warum sie ausgespielt wurde, bei welcher Frage sie erschien oder welche Rolle die Marke in der Antwort gespielt hat.

Das ist der zentrale Punkt: Google zeigt, dass etwas passiert. Google zeigt aber nicht, was passiert.

Der Bericht liefert Zahlen, aber kaum verwertbare Erkenntnisse

Auf den ersten Blick sieht der neue Bericht interessant aus. Man sieht Impressionen, ausgespielte Seiten, Länder und Geräte. Das lässt sich in einem Reporting sauber darstellen und vermittelt das Gefühl, dass die Sichtbarkeit in AI Overviews und im AI Mode nun messbar wird.

In der Praxis bleibt davon wenig übrig. Die Zahlen zeigen, dass eine URL ausgespielt wurde. Mehr aber auch nicht. Für eine echte Analyse ist das zu wenig, weil die entscheidenden Zusammenhänge fehlen.

Eine hohe Zahl an Impressionen kann positiv sein. Sie kann aber genauso gut aus vielen unpassenden oder geschäftlich irrelevanten Anfragen entstehen. Ohne die zugrunde liegenden Suchanfragen oder Prompts lässt sich das nicht unterscheiden. Man sieht Bewegung, aber keine Richtung.

Darin liegt das Problem. Eine Zahl allein ist noch keine Erkenntnis. Und eine Impression ist noch keine echte Sichtbarkeit.

Ohne Suchanfragen bleibt die Relevanz unklar

Bei der klassischen Suchmaschinenoptimierung gehören Suchanfragen zu den wichtigsten Daten überhaupt. Sie zeigen, bei welchen Themen Google eine Website einordnet, welche Inhalte Reichweite aufbauen und wo noch Potenzial besteht. Daraus lassen sich konkrete Entscheidungen für Inhalte, Seitenstrukturen und weitere Optimierungen ableiten.

Im neuen GEO Bericht fehlt diese Grundlage. Es ist nicht ersichtlich, bei welcher Frage oder welchem Prompt eine Seite ausgespielt wurde. Damit bleibt auch unklar, warum Google gerade diese Quelle verwendet hat.

Vielleicht erscheint die Website bei einer konkreten Frage zu einer Dienstleistung. Vielleicht wird sie bei einem allgemeinen Informationsthema verwendet. Vielleicht taucht sie bei einer Anfrage auf, die für das Unternehmen kaum relevant ist. Der Bericht macht zwischen diesen Fällen keinen Unterschied.

Damit lässt sich nicht beurteilen, für welche Themen Google ein Unternehmen als relevant oder kompetent einstuft. Genau das wäre aber eine der wichtigsten Fragen bei einer GEO Analyse. Unternehmen müssen verstehen, wofür sie von generativen Suchsystemen als Quelle herangezogen werden. Erst dann können sie ihre Inhalte gezielt weiterentwickeln.

Eine ausgespielte URL bedeutet noch keine sichtbare Marke

Ein weiterer Punkt wird bei der Betrachtung solcher Daten schnell übersehen. Nur weil eine URL in einem generativen Suchergebnis ausgespielt wurde, bedeutet das noch lange nicht, dass die Marke auch sichtbar wahrgenommen wurde.

Es macht einen grossen Unterschied, ob ein Unternehmen direkt im Antworttext genannt wird, ob die Website lediglich als Quelle verlinkt ist oder ob sie irgendwo im Hintergrund der Antwort auftaucht. Für die Wahrnehmung der Marke sind das drei völlig unterschiedliche Situationen.

Wenn der Unternehmensname prominent genannt und mit einem klaren Thema verbunden wird, kann daraus Vertrauen entstehen. Wird nur eine URL als Quelle verwendet, ohne dass die Marke im eigentlichen Text vorkommt, ist die Wirkung deutlich kleiner. Technisch wurde die Website zwar berücksichtigt. Aus Sicht des Unternehmens ist aber kaum sichtbare Präsenz entstanden.

Der aktuelle Bericht zeigt diesen Unterschied nicht. Er zählt die Ausspielung, aber nicht die tatsächliche Markennennung. Damit fehlt eine zentrale Information, wenn man beurteilen will, ob ein Unternehmen in der neuen Google Suche wirklich sichtbar ist.

Der Kontext entscheidet über den Wert der Sichtbarkeit

Auch eine Markennennung allein reicht für eine seriöse Bewertung nicht aus. Entscheidend ist, in welchem Zusammenhang ein Unternehmen erscheint.

Eine Marke kann als fachlich relevante Quelle genannt werden. Sie kann in einem Vergleich auftauchen, in einer allgemeinen Aufzählung landen oder nur am Rand erwähnt werden. Im schlechtesten Fall erscheint sie sogar in einem Zusammenhang, der fachlich nicht passt oder für das Unternehmen wenig sinnvoll ist.

Ohne diesen Kontext bleibt unklar, ob eine Erwähnung tatsächlich einen positiven Wert hat. Der Bericht zeigt nicht, ob Google das Unternehmen als Experten, Anbieter, Quelle oder nebensächlichen Verweis einordnet. Er zeigt auch nicht, welche Aussage mit der Marke verbunden wurde.

Gerade bei generativen Suchergebnissen ist dieser Zusammenhang wichtig. Die Systeme stellen Inhalte nicht einfach nebeneinander. Sie formulieren Antworten, setzen Schwerpunkte und ordnen Quellen ein. Für Unternehmen geht es deshalb nicht nur darum, irgendwo vorzukommen. Es geht darum, im richtigen Zusammenhang vorzukommen.

Ohne Wettbewerber fehlt die eigentliche Marktbetrachtung

Für mich ist der fehlende Wettbewerbsvergleich einer der grössten Schwachpunkte. Der Bericht zeigt nicht, welche anderen Unternehmen bei derselben Frage ebenfalls sichtbar waren. Damit fehlt eine der wichtigsten Grundlagen, um die eigene Position im Markt zu beurteilen.

GEO Sichtbarkeit lässt sich nicht sinnvoll isoliert betrachten. Ein Unternehmen kann bei einem Thema auftauchen und trotzdem deutlich hinter seinen wichtigsten Mitbewerbern liegen. Umgekehrt kann eine kleinere Anzahl an Erwähnungen sehr wertvoll sein, wenn sie genau bei den relevanten Fragen entsteht und die Marke dort stärker positioniert ist als andere Anbieter.

Ohne den direkten Vergleich bleibt offen, welche Unternehmen ein Thema dominieren, welche Marken regelmässig gemeinsam genannt werden und wo die eigene Präsenz schwächer ist. Auch thematische Lücken lassen sich kaum erkennen. Vielleicht wird ein Mitbewerber bei bestimmten Fragen konsequent genannt, während das eigene Unternehmen gar nicht auftaucht. Genau solche Erkenntnisse wären für die Optimierung besonders wertvoll.

Der aktuelle Bericht liefert dazu keine Informationen. Er zeigt nur die eigene technische Ausspielung, aber nicht das Umfeld, in dem sie stattfindet.

Impressionen sind keine echte Sichtbarkeit

Im klassischen Reporting wirken Impressionen oft positiv. Die Zahl steigt und damit scheint auch die Sichtbarkeit zu wachsen. Bei generativen Suchergebnissen ist diese Schlussfolgerung jedoch zu einfach.

Eine Impression sagt lediglich aus, dass eine URL ausgespielt wurde. Sie sagt nichts darüber aus, ob der Nutzer die Marke wahrgenommen hat, ob Vertrauen entstanden ist oder ob die Anfrage überhaupt eine geschäftliche Relevanz hatte. Sie zeigt auch nicht, ob das Unternehmen im Zentrum der Antwort stand oder nur am Rand als Quelle auftauchte.

Deshalb sollten Impressionen nicht mit tatsächlicher Sichtbarkeit gleichgesetzt werden. Sie sind ein technischer Messwert. Für sich allein sagen sie kaum etwas über die Wirkung aus.

Wer GEO ernsthaft analysieren will, muss tiefer gehen. Die entscheidende Frage lautet nicht, wie oft eine URL irgendwo eingeblendet wurde. Die entscheidende Frage lautet, bei welchen Themen ein Unternehmen sichtbar wird und welche Rolle es dabei einnimmt.

Eine fundierte GEO Analyse müsste andere Fragen beantworten

Eine brauchbare GEO Analyse müsste zeigen, bei welchen Fragen und Themen ein Unternehmen erscheint. Sie müsste sichtbar machen, ob die Marke tatsächlich genannt wird und welche Quellen Google dabei verwendet. Ebenso wichtig wäre der Zusammenhang, in dem die Nennung stattfindet.

Darüber hinaus braucht es einen Wettbewerbsvergleich. Unternehmen müssen sehen können, welche Mitbewerber bei denselben Fragen auftauchen, wer bestimmte Themen besetzt und wo noch Lücken bestehen. Erst dadurch entsteht eine belastbare Grundlage für strategische Entscheidungen.

Auch die Entwicklung über einen längeren Zeitraum ist entscheidend. Einzelne Momentaufnahmen sagen wenig aus. Interessant wird es, wenn sichtbar wird, ob eine Marke bei bestimmten Themen kontinuierlich an Präsenz gewinnt, ob neue Wettbewerber auftauchen oder ob bestehende Sichtbarkeit verloren geht.

Erst mit diesen Informationen lässt sich ableiten, welche Inhalte verbessert, ergänzt oder neu aufgebaut werden sollten. Ohne Prompts, Themen, Kontext und Wettbewerber bleibt die Optimierung weitgehend ein Ratespiel.

Google besitzt die entscheidenden Daten, gibt sie aber nicht heraus

Das Frustrierende daran ist, dass Google diese Informationen grundsätzlich besitzt. Das System kennt die ursprüngliche Anfrage. Es weiss, welche Quellen verwendet wurden, welche Marken im Antworttext vorkamen und welche weiteren Unternehmen gleichzeitig sichtbar waren.

In der Search Console landen davon aktuell nur sehr begrenzte Ausschnitte. Für Unternehmen entsteht dadurch eine merkwürdige Situation. Die neue Google Suche ist längst real, die Messbarkeit ist aber noch lange nicht ausgereift.

Der Bericht bestätigt, dass generative Sichtbarkeit stattfindet. Er hilft aber kaum dabei, diese Sichtbarkeit zu verstehen oder gezielt zu verbessern. Aus meiner Sicht ist das für ein ernsthaftes GEO Reporting zu wenig.

Warum wir an einer eigenen GEO Lösung arbeiten

Genau aus diesem Grund arbeitet AD Promotion aktuell an einem eigenen GEO Tool. Nicht, weil noch ein weiteres Dashboard fehlt, sondern weil die vorhandenen Daten die entscheidenden Fragen nicht beantworten.

Unser Ziel ist, relevante Suchfragen systematisch zu prüfen und sichtbar zu machen, welche Unternehmen bei welchen Themen tatsächlich erscheinen. Ganze Märkte sollen vergleichbar werden. Unternehmen sollen erkennen können, wo sie selbst sichtbar sind, welche Mitbewerber stärker auftreten und bei welchen Themen klare Lücken bestehen.

Dabei geht es nicht nur um möglichst viele Daten. Entscheidend ist, dass aus den Daten konkrete Erkenntnisse entstehen. Eine Analyse muss zeigen, was verbessert werden kann. Sonst bleibt sie ein Reporting ohne Konsequenz.

Noch werden wir keine Funktionen versprechen, die nicht final bestätigt sind. Klar ist aber schon heute: Wer GEO seriös analysieren will, braucht mehr als die wenigen Kennzahlen aus der Google Search Console.

Die neue Google Suche ist real. Die Messbarkeit hinkt hinterher.

AI Overviews und der AI Mode verändern, wie Unternehmen in der Google Suche sichtbar werden. Das lässt sich nicht mehr wegdiskutieren. Marken müssen verstehen, ob sie als Quelle verwendet, als Unternehmen genannt oder bei relevanten Fragen überhaupt berücksichtigt werden.

Der neue Bericht ist dafür ein erster Hinweis, aber noch keine echte Analysegrundlage. Er zeigt Impressionen, Seiten, Länder und Geräte. Was fehlt, sind die Informationen, die für strategische Entscheidungen wirklich zählen.

Google zeigt, dass etwas passiert. Google zeigt aber nicht, was passiert.

Solange Prompts, Markennennungen, Kontext und Wettbewerber fehlen, bleibt die Auffindbarkeit in der neuen Google Suche weitgehend eine Blackbox. Wer diese Sichtbarkeit ernsthaft verstehen und verbessern will, muss deshalb aktuell eigene Messmethoden entwickeln.

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